Kirchenmusikalischer Arbeitsausschuss
im Kirchenbezirk Niedersachsen-Süd

Bereits vor der Konstituierung der jetzigen Selbständigen Evangelisch - Lutherischen Kirche (SELK) im Jahr 1972, taten sich Glieder der ehemaligen Selbst. Evang. - Luth. Kirche, der evang. - luth. Freikirche (Missourier) und der evang. - luth. (altluth.) Kirche auf dem Gebiet, das heute etwa dem Kirchenbezirk Niedersachsen-Süd entspricht, zusammen, um kirchübergreifend Bläserschulungen durchführen. Die treibenden Männer der ersten Stunde waren Pastor Hinrich Brandt (Rodenberg) und Willi Eisen (Stadthagen). Man bat den Kantor Paul Kretzschmar (Wittingen) um die musikalische Leitung. In der Folgezeit, den ganz frühen 70-er Jahren bereits, wurden ein- bis zweimal im Jahr in Stadthagen Bläserschulungen durchgeführt, die jeweils etwa eine Woche dauerten. - Also keine Initiative von kirchenleitenden Gremien, sondern eine Bewegung von unten, aus dem Bedarf der Gemeinden.

Zu den Mitarbeitern dieser ersten Bläserschulungen gehörten Wolfgang Fleischer (Hannover), Wolfgang Knake (Lage), Wilhelm Ehlerding (Loccum) und andere. Als Organisator war Willi Eisen (Stadthagen) tätig.

Nach einer dieser "wilden" Bläserschulungen sprach Paul Kretzschmar Pastor Brandt an: wenn man diese Arbeit regelmäßig weiterführen wolle, dann brauche man einen Mann, der sich damit auskennt und die Arbeit weiter betreut. Auf Pastor Brandts Erwiderung, Kretzschmar kenne sich doch in diesen Kreisen besser aus als er, er möge doch Namen vorschlagen, wurde der Name "Gebhard Wiegmann" (ehemals Wittingen, damals in Bremen) genannt.

So nahm man zu Gebhard Wiegmann und seiner Frau Helga Kontakt auf, man traf sich in Stadthagen und schließlich stellte eine "Chorvertreter-Sitzung" von Chören aus den verschiedenen Kirchen Gebhard Wiegmann für diese Arbeit nebenamtlich an.

Es war die Zeit der geburtenstarken Jahrgänge; das heißt die Bläserschulungen waren sehr gut besucht, bis zu 100 Teilnehmer, die man in den meisten Fällen in Gemeinden unterbrachte.

Einer der treibenden Leute war unter anderem auch Karl-Georg Heicke aus Hörste (bei Lage), der Pastor Brandt, Willi Eisen, Gebhard Wiegmann und andere in sein Haus einlud, um mit ihnen über die Möglichkeiten und Aufgaben der Kirchenmusik in diesem Bereich zu beraten. Geburtsstunde des kirchenmusikalischen Arbeitskreises, ein Kreis in dem eigentlich nur Besprechungen und Absprachen stattfanden. Der offizielle Name kam erst viel später, wie auch die Satzungen und Ordnungen, die erst kamen, als die drei Kirchen sich zur heutigen SELK zusammengeschlossen hatten.

Das erste Bezirks- Kirchenmusikfest wurde 1973 in der St. Marienkirche zu Lemgo unter Leitung von Gebhard Wiegmann (Gesamt-Sängerchor) und Wolfgang Knake (Gesamt-Posaunenchor). Unter ihrer Leitung wurden von da an jährlich Kirchenmusikfeste gefeiert abwechselnd mit den Schwerpunkten Sängerfest / Posaunenfest. In demselben Jahr (1973) gründete Wolfgang Knake die Lutherische Bläsergruppe im Kirchenbezirk Niedersachsen-Süd, die er seitdem leitet.

Dieser Kreis bat schließlich Pastor Hinrich Brandt, den Vorsitz zu übernehmen. Seit dieser Zeit gab es regelmäßige Arbeitsausschuss-Sitzungen, wie auch jährliche Chorvertreter-Sitzungen. Eine Arbeit und Struktur, die aus dem Bedarf in den Gemeinden der drei Kirchen wuchs und entstand.

Nachdem der Zusammenschluss zur heutigen SELK vollzogen war, kamen Mitte der 70-er Jahre auch Kinderfreizeiten hinzu, beispielsweise auf dem Bückeberg (bei Obernkirchen). Schließlich wurde auch der Bezirkschor des Kirchenbezirkes, die Capella Nova, ins Leben gerufen.

Gebhard Wiegmann, der zunächst nur für die kirchenmusikalische Arbeit im Kirchenbezirk zuständig war, wurde später auch um die Leitung der Sänger-Feste im gesamten Sprengel-Nord, die damals noch in der Stadthalle zu Wolfsburg gefeiert wurden. Wolfgang Knake wurde in den Jahren 1983 bis 1993 die Gesamtleitung der Posaunenfeste im Sprengel Nord übertragen.

Zu den heutigen Aufgaben des Kirchenmusikalischen Arbeitsausschusses gehört zunächst die Vorbereitung und Durchführung der im jährlichen Wechsel stattfindenden Bläser- und Sängerfeste im Kirchenbezirk, Planung und Durchführung der jährlich stattfindenden Bläserschulung, der Ausbildung und Weiterbildung von Chorleitern und Organisten, Förderung und Begleitung aller weiteren kirchenmusikalischen Arbeit auf Gemeindeebene wie auch übergemeindlich.

Eine weitere wichtige Aufgabe ist es, die nach wie vor jährlich stattfindende Chorvertretersitzung zu planen und durchzuführen; denn Kirchenmusik wird in den Gemeinden gemacht und geschieht in den Gemeinden, nicht am "grünen Tisch" irgendwelcher Gremien; d.h. der Kontakt zu der kirchenmusikalischen Arbeit in den Gemeinden und die Rückbindung an sie, ist nach wie vor von entscheidender Bedeutung.

Nach dem Heimgang von Gebhard Wiegmann im Jahr 2000 wurde es notwendig, die von ihm geleistete Arbeit in andere Hände zu geben. Im Arbeitsausschuss wuchs die Überzeugung, dass man dafür eine bezahlte Stelle einrichten musste. Nachdem die Bezirkssynode 2002, nach langer und reiflicher Vorarbeit im KAB, schließlich beschlossen hatte, eine solche Stelle einzurichten und die Gemeinden, wie auch einzelne Kirchglieder des Bezirkes die Besoldung für zunächst eine halbe Stelle sichergestellt hatten, wurde im Januar 2004 diese halbe Stelle durch Frau Ute Benhöfer (Hildesheim) für zunächst 5 Jahre besetzt. Ihre Aufgabe ist es vor allem, sich um den Nachwuchs in den Gemeinden im sängerischen Bereich zu kümmern, d.h. vor allem Kinder- und Jugendarbeit, Basisarbeit in den Gemeinden vor Ort und die Planung und Durchführung der Bezirkssängerfeste.

Geplant und gefördert werden soll unter anderem auch die projektbezogene Vernetzung der kirchenmusikalischen Arbeit benachbarter Gemeinden, damit auch da, wo in kleinen Gemeinden bislang keine chorische Arbeit möglich war, durch die Mithilfe der Nachbargemeinde Kirchenmusik möglich und erfahrbar gemacht werden kann.

Natürlich geschieht das alles unter der Voraussetzung und in dem Wissen, dass kirchenmusikalische Arbeit nach wie vor das geeignete Mittel ist, Gemeinde in allen Altersschichten zu begeistern, zusammenzuführen und zusammenzuhalten, sodass gerade hier Gemeindeaufbau und Gemeindewachstum getrieben wird. Wo Gott, der HERR, mit vielen Stimmen und Instrumenten und auf vielerlei Weise gelobt und gepriesen wird, gerade da sind wir dort, wo unser Vater im Himmel uns haben und segnen will.

Damit das geschieht, arbeiten sehr viele Gemeindeglieder ehrenamtlich in unseren kirchenmusikalischen Gremien.

- Soli DEO Gloria -

Für Fragen und Anregungen steht der Vorsitzende des KAB Niedersachsen-Süd, Pastor Walter Hein, gerne zur Verfügung.